eFuels: Power 2 Liquid – made in styria

ACstyria veranstaltete am 05.05.2021 einen sehr gut besuchten Online-Kurzvortrag zum Thema „Power 2 Liquid – eFuels aus der Steiermark“.

Key-Note Speaker Jürgen Roth, gab einen tiefen Einblick in das Herstellungsverfahren sowie in die Vorteile von eFuels und die damit einher gehenden Herausforderungen/Chancen. Ziel von eFuels (synthetischer Treibstoff) ist es, überschüssige/erneuerbare elektrische Energie zu nutzen und in ein speicherfähiges flüssiges Medium zu wandeln.

Umwandlungsprozess

Der erwähnte Umwandlungsprozess bedarf einer ganzheitlichen Wissenskette, welche in der Steiermark kanalisiert vorhanden ist. Beispielsweise hat das renommierte Unternehmen AVL einen patentierten Prozess entwickelt, um genau diese Umwandlung so effizient als möglich durchführen zu können.

Zur Umwandlung in ein fluides Energiespeichermedium (eFuels) wird federführend Energie aus Überproduktionen und erneuerbaren Quellen herangezogen. Dieser synthetisch hergestellte Treibstoff kann mit bestehender Infrastruktur (Transport, Lagerung, Tankstellen, Heizung, etc.) und in sämtlichen Branchen (Luftfahrt, Schifffahrt, KFZ, Schwertransport, Raumwärme, etc.) ohne Peripherie-Adaptierung eingesetzt werden. Ein weiterer Vorteil dieser Technologie findet sich in der Reduzierung der Importabhängigkeit und der unbegrenzten Speichermöglichkeit von bereits erzeugter und vorhandener Energie wieder. Durch die daraus resultierende produktionszeitpunktunabhängige Nutzung wird zusätzlich eine Maßnahme gegen ein drohendes Blackout-Szenario realisierbar.

Vorteile von eFuels zusammengefasst:

  • Idealerweise kaum zusätzliche Energie notwendig in der Herstellung, da Überschussenergie bzw. erneuerbare Energie verwendet wird
  • eFuels kann mit bestehender Infrastruktur bzw. Peripherie genutzt werden, ohne jeglicher Manipulation
  • Synthetische Kraftstoffe können 1:1 die fossilen Kraftstoffe ersetzen oder dem fossilen Kraftstoffen beigemengt werden (d.h. extrem hohe Skalierungsrate).
  • eFuels kann bereits jetzt eingesetzt werden und hat dieselben – zum Teil sogar bessere – Eigenschaften wie fossile Kraftstoffe
  • eFules ist keine Konkurrenz zur e-Mobilität sondern als Komplementär zu verstehen („Bridge-Technologie“ – siehe Grafik unten)
  • Lagerung und Transport von eFuels können ident zu fossilen Energieträgern erfolgen
  • Steigerung der Unabhängigkeit von Rohstoffvorkommen, welche sowohl bei fossilen Kraftstoffen (Erdöl) als auch in der e-Mobilität (seltene Erden) vorherrscht

Hinsichtlich Akzeptanz für eFuels in der Gesellschaft bedarf es einer Aufklärungsarbeit und einigen gesetzlichen Richtigstellung in der Bewertung der CO2-Neutralitäts-Bewertungsgrundlagen. Zum Beispiel sollte man weg von „Auspuff-Messwerten“ hin zur vollumfänglichen Wertschöpfungsketten-Betrachtung gehen. Um diese Aufklärungsarbeit zu fördern wurde die sogenannte eFuels-Alliance ins Leben gerufen. Sie macht sich zum Auftrag, eFuels gesellschaftsgerecht zu Thematisieren und dient als Anlaufstelle für alle interessierten Personen.

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Zum Schluss die Preis-Frage

Ersten fundierten Berechnungen zu Folge ist es möglich, bei österreichischer Herstellung, einen marktkonformen Preis von EUR 1-1,50.- pro Liter zu realisieren.

Es ist natürlich vorherzusehen, dass die Erzeugung von eFuels dort passieren wird wo es betriebswirtschaftlich Sinn macht. Zum Beispiel bauen Porsche und Siemens gemeinsam mit anderen Partnern eine „eFuels-Raffinerie“ in Chile, da hier 95% Windaufkommen vorliegt (hins. erneuerbarer Energie) und das Energiepreisniveau aktuell äußerst niedrig ist.

Made in Styria

Es ist positiv hervor zu heben, dass österreichisches Knowhow dazu beitragen wird, eine CO2-neutrale eFuels-Technologie serientauglich umzusetzen. 2023 soll die erste österreichische „eFuels-Raffiniere“ als Pilotprojekt in Betrieb gehen. Bei Erfolg dieses Projektes wird eine extrem hohe Skalierungsrate prognostiziert.

Die oben genannten Aspekte stimmen uns mehr als zuversichtlich, sowohl im Individualverkehr als auch im Massenverkehr bald mit eFuels made in Styria unterwegs zu sein!

Anmerkung: Bereits heute sind CO2-reduzierende Technologien/Anlagen aus Österreich weltweit in der Verwendung, welche es erlauben mehr CO2 einzusparen als Österreich jährlich emittiert.

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