Ishikawa – auf den Spuren der Fischgräte

Wenn Sie im Qualitätsmanagement arbeiten, sollten Sie die Ursachen für ein Problem gezielt suchen und erkennen können. Abhilfe schafft dabei das sogenannte Ishikawa-Diagramm.

Das von Kaoru Ishikawa entwickelte Diagramm dient dazu, Probleme und deren Ursachen grafisch darzustellen. Dabei bilden die Fischgräten die Ursachen ab und der Kopf die Wirkung. Deshalb sind Synonyme Begriffe für das Ishikawa-Diagramm unter anderem Fischgrätendiagramm und Ursache-Wirkungs-Diagramm.

Warum ist das Ishikawa-Diagramm so hilfreich?

Ein Problem nur oberflächlich zu untersuchen, reicht nicht aus, um langfristig erfolgreich zu sein. Die Oberfläche zeigt meist nur die Symptome und nicht die wirkliche Ursache eines Problems. Installiert man eine Lösung zur Eliminierung des Symptomes, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass dieses Fehlerbild erneut auftauchen wird (= keine nachhaltige Lösung). Man muss das Grundproblem verstehen und darf sich nicht mit der erstbesten Antwort zufriedengeben. Eine gute Möglichkeit eine professionelle Problemanalyse durchzuführen ist die 5-Why-Metode. Durch fünfmaliges Hinterfragen eines Problems wird das Aufdecken der eigentlichen Problemursache unterstützt. Hier ein Beispiel:

Ein Förderband ist stehengeblieben. WARUM?
Ein Teil auf dem Förderband klemmt. WARUM?
Ein Schieber der automatischen Förderanlage ist blockiert. WARUM?
Der Schaft des Schiebers ist korrodiert. WARUM?
Der Schaft wurde nicht geschmiert. WARUM?
Die Schmierung des Schaftes taucht nicht im Wartungsplan auf.

Ohne das mehrmalige Hinterfragen wäre der Schieber vielleicht nur ausgetauscht worden, ohne dass der Wartungsplan geändert worden wäre. Dann wäre der Schieber in absehbarer Zeit wieder ausgefallen.

Der große Vorteil des Ishikawa-Diagramms ist das einfache Erfassen von Problemen und die gute Visualisierung. Daher können Abhängigkeiten schnell erkannt werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Ursachen für ein Problem nicht nur besprochen, sondern auch überprüft werden. Ein Praxisbezug ist also immer gegeben.

Jedoch ist der richtige Detaillierungsgrad entscheidend, um eine zu hohe Komplexität zu vermeiden. In seiner einfachsten Form sieht das Diagramm tatsächlich wie eine Fischgräte aus. Manche Wechselwirkungen lassen sich jedoch nur schwer erfassen. Deshalb eignet sich das Ishikawa-Diagramm nicht um hochkomplexe Probleme zu lösen. Für Themenstellungen mit hoher Komplexität ist ein gesamtheitliches Zusammenspiel mehrerer Problemlösungsmethoden zielführend.

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