Das Konzept des Kansei Engineerings

Stellen Sie sich folgendes vor: ein sportliches Coupé, der Lack glänzt in der Sonne, Sie kurven mühelos und schnell durch die Straßen von Monte Carlo, bewundernde Blicke folgen dem schnittigen Design des Autos. Wie von allein lassen sich die Gänge hochschalten, während Sie mit nur einem Finger das Fahrzeug präzise durch die Kurven lenken… Sehen Sie es? Fühlen Sie es?

DAS ist Kansei Engineering!

Die Kunst, die Emotionen eines Menschen mit den Eigenschaften eines Produktes zu verbinden, wurde in den 70er Jahren in Japan von Prof. Nagamachi entwickelt.

Kansei drückt im japanischen mit einem Wort viel mehr aus, als es im europäischen Sprachraum beschrieben werden kann: Empfindlichkeit, Sinn, Sinnlichkeit, Gefühl, Ästhetik, Emotion, Zuneigung oder auch Intuition.

Die Merkmale einer Entwicklung, egal ob bei einem Produkt oder bei einer Dienstleistung, sollen die erwünschten Gefühle und Erwartungen der Kunden wiederspiegeln und erfüllen. Somit wird ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen, das sich in den Köpfen der Konsumenten festsetzt und der Wiedererkennungswert einer Marke geprägt wird. Wie lässt sich dieses Verfahren also anwenden?

 

Ohne Plan geht es nicht

Die Vorgehensweise wird in 7 unterschiedliche Phasen unterteilt:

  • Phase 1 – Entscheidung für Kansei Engineering
  • Phase 2 – Entscheidung für die strategische Geschäftseinheit
  • Phase 3 – Aufspannen des semantischen Raums (Semantik ist die Bedeutung oder der Inhalt eines Wortes)
  • Phase 4 – Aufspannen des Produkteigenschaftsraums
  • Phase 5 – Synthese (der Kern)
  • Phase 6 – Prüfung der Ergebnisse
  • Phase 7 – Emotionsbezogenes Designvorgabemodell

 

In Phase 1 und 2 steht die Entscheidung zur Anwendung von Kansei Engineering im Vordergrund sowie die Auswahl des Marktes bzw. der Zielgruppe. In den Schritten 3 und 4 werden zum einen die Emotionen gesammelt, die mit der Entwicklung verbunden werden sollen. Zum anderen werden Eigenschaften, Nutzen und Fähigkeit des Produktes/der Dienstleistung zusammengefasst.

In der Synthese wird (meist computergestützt) der semantische Raum mit dem Eigenschaftsraum verbunden. Dies bildet den eigentlichen Kern von Kansei. Dieser Vorgang ist tatsächlich sehr komplex und wird aus diesem Grund mit mathematischen Werkzeugen, wie beispielsweise genetischen Algorithmen oder Regressionsanalyse, erarbeitet.

Darauf folgt die Prüfung der Gültigkeit der Synthese und die Ergebnisse werden in einem emotionsbezogenen Designvorgabemodell zusammengefügt.

Anhand dieses Modells ist man schließlich in der Lage die Gefühle der Zielgruppe im Design der Entwicklung widerzuspiegeln.

 

Der Sinn dahinter

Kansei ist produkt- und branchenübergreifend und kann überall Einsatz finden, wo innovative und kreative Entwicklung gewünscht wird. Die Möglichkeit Wünsche des Menschen in Produktmerkmale zu packen und zu vereinen erzeugt definitiv eine „win-win“ Situation.

 

Der Weg: Dream – plan – do!

„Glückliche MitarbeiterInnen machen Kunden glücklich - und umgekehrt“

Sabine Hübner

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