Isolierte Maßnahmen reichen nicht. Erfahren Sie, wie Sie mit Operational Excellence Ihr gesamtes Unternehmen auf ein neues Level heben.
Projekte laufen, Digitalisierungsinitiativen funktionieren, Audits werden bestanden, einzelne Kennzahlen verbessern sich. Und trotzdem bleibt das Gefühl: „Wir haben unsere Produktion nicht wirklich im Griff.“
Der Grund: Operational Excellence ist mehr als die Summe einzelner Verbesserungsmaßnahmen. Sie ist ein strategisches Zielbild, das operatives und strategisches Handeln in Einklang bringt. Operational Excellence (OPEX) adressiert das gesamte Unternehmen und darüber hinaus die Kooperation mit allen relevanten Stakeholder:innen.
OPEX ist keine absolute Größe. Sie ist stets abhängig von der Ausrichtung, also der Vision und Strategie des Unternehmens. Und sie gelingt nur dann, wenn sie als das verstanden wird, was sie ist: eine Aufgabe für das Führungsteam.
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Warum Einzelmaßnahmen nicht reichen
Viele Unternehmen investieren in Lean Production, in neue Software, in Schulungen und in Instandhaltungsprogramme. Jedes dieser Projekte liefert Ergebnisse.
Doch ohne ein übergreifendes Framework bleiben diese Ergebnisse isoliert. Abteilungen optimieren für sich, Kennzahlen verbessern sich lokal, aber das Gesamtsystem bleibt fragil. Das zeigt sich an typischen Symptomen: Die OEE einer Pilotanlage steigt, aber die Durchlaufzeit im Gesamtwerk bleibt gleich. 5S wird in der Fertigung eingeführt, aber die Logistik arbeitet weiter ohne Standards. Predictive Maintenance läuft auf drei Maschinen, aber die Ersatzteilversorgung ist nicht darauf abgestimmt.
Der Kern des Problems: Es fehlt ein systematischer Ansatz, der alle Bereiche des Unternehmens auf ein gemeinsames Exzellenz-Niveau hebt. Genau das ist die Aufgabe von OPEX.

OPEX als Prozess zur laufenden Verbesserung done The LEAN Way
Der Weg zur Operational Excellence folgt einer klaren Systematik. Bevor einzelne Verbesserungsmaßnahmen greifen können, braucht es ein gemeinsames Verständnis darüber, wo das Unternehmen steht und wohin es sich entwickeln soll.
Schritt 0: Festlegung der OPEX-Kriterien
Bevor die DMAIC-Logik nach LEAN-SixSigma angewendet werden kann, gilt es im Schritt 0 die OPEX-Kriterien festzulegen. Bei der Festlegung dieser Kriterien müssen die Spezifika der Organisation und der jeweiligen Produkte und Dienstleistungen berücksichtigt werden. In Anlehnung an gängige Gesetzesauflagen, Lösungsansätze im Sinne integrierter Managementsysteme und State-of-the-Art Produktionssysteme wie das Toyota Produktionssystem (TPS) empfiehlt das LEAN-Team folgende
Best-Practice OPEX-Kriterien:
- 01 Instandhaltung: Systematische Wartung und Pflege aller Anlagen als Fundament der Anlagenverfügbarkeit.
- 02 Arbeitsplatzgestaltung: Ergonomische, sichere und effiziente Gestaltung der Arbeitsumgebung nach 5S-Prinzipien.
- 03 Performance: Kennzahlenbasierte Steuerung der Produktionsleistung, insbesondere OEE und Durchlaufzeiten.
- 04 Informationssysteme für den Fertigungsbereich: Digitale Infrastruktur für Echtzeit-Transparenz, MES-Anbindung und datenbasierte Entscheidungsfindung.
- 05 Mitarbeiterintegration: Einbindung der Mitarbeiter:innen in Verbesserungsprozesse, Qualifizierung und Wissenstransfer.
- 06 Prozesse: Standardisierte, stabile und reproduzierbare Abläufe über die gesamte Wertschöpfungskette.
- 07 Standardisierung: Einheitliche Standards für Arbeitsanweisungen, Prüfpläne, Dokumentation und Kommunikation.
- 08 Kunden- und Lieferantenintegration: Partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Kund:innen und Lieferant:innen entlang der gesamten Supply Chain.
- 09 Messung mittels Kennzahlen: Durchgängiges KPI-System zur objektiven Bewertung aller OPEX-Dimensionen.
- 10 Kontinuierliche Verbesserung: Verankerung von KVP/Kaizen als fester Bestandteil der Unternehmenskultur.
- 11 Nachhaltigkeit: Integration ökologischer und sozialer Verantwortung in die operative Exzellenz.
Die idealtypische Vorgehensweise zum Erreichen der Zielsetzung
Auf Basis der definierten OPEX-Kriterien folgt ein strukturierter Prozess in fünf Schritten:
Zur Erhebung des Ist-Standes schafft ein gemeinsames, fachdisziplinübergreifendes Assessment die Ausgangsbasis. Ohne ehrliche Bestandsaufnahme keine zielgerichtete Verbesserung.
Auf Basis des Ist-Standes werden realistische, messbare Ziele je OPEX-Kriterium definiert. Diese Ziele orientieren sich an der Unternehmensstrategie und an den verfügbaren Ressourcen.
Für jede Lücke zwischen Ist und Soll werden konkrete Maßnahmen abgeleitet, priorisiert und mit Verantwortlichkeiten versehen.
Die definierten Maßnahmen werden strukturiert umgesetzt. Projektmanagement, Meilensteine und regelmäßige Reviews sichern den Fortschritt.
Nach der Umsetzung wird geprüft, ob die Maßnahmen die gewünschte Wirkung erzielt haben. Der Zyklus beginnt von vorn: OPEX ist kein Projekt mit Enddatum, sondern ein Prozess zur laufenden Verbesserung.
Das Self Assessment: Die Level-Einstufung als zentraler Baustein
Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Operational Excellence ist die Erhebung des Ist-Standes. Anhand der definierten OPEX-Kriterien gilt es, eine gemeinsame Bewertung über alle Fachdisziplinen hinweg durchzuführen. Die Level-Definition ist dabei der zentrale Baustein.
In der gelebten Praxis hat sich eine Level-Einstufung von Level 1 bis Level 5 etabliert:
- Level 1 [Reaktiv]: Fokus auf Reaktion auf Probleme. Prozesse sind nicht standardisiert, Maßnahmen erfolgen ad hoc. Wartung findet nur bei Ausfall statt. Dokumentation ist lückenhaft oder nicht vorhanden.
- Level 2 [Standardisiert/Geplant]: Fokus auf Einführung von Ordnung und Standards. Erste Arbeitsanweisungen und Prüfpläne existieren. Wartung wird zeitbasiert geplant. Grundlegende Kennzahlen werden erhoben.
- Level 3 [Systematisch/Kontrolliert]: Fokus auf strukturierte Verbesserung. Prozesse sind nach TPM und ISO-Normen (ISO 9001, ISO 14001, ISO 45001) ausgerichtet. SPC und datenbasierte Prozesssteuerung sind im Einsatz. KVP ist als Methode etabliert.
- Level 4 [Integriert/Optimiert]: Fokus auf bereichsübergreifende Optimierung. Alle Prozesse sind durchgängig vernetzt. Predictive-Ansätze ersetzen reaktive und präventive Methoden. Kund:innen und Lieferant:innen sind in die Prozesse integriert.
- Level 5 [Exzellent/Transformativ]: Fokus auf strategische, datengetriebene Transformation. Das Unternehmen setzt Branchenstandards. Innovation und Nachhaltigkeit sind integraler Bestandteil der operativen Exzellenz. Autonome Steuerung durch KI und ML-Systeme unterstützt Entscheidungsprozesse.
Diese Level-Einstufung wird für jedes der 11 OPEX-Kriterien individuell durchgeführt. Dadurch entsteht ein differenziertes Bild: Ein Unternehmen kann bei der Instandhaltung bereits auf Level 3 operieren, während die Kunden- und Lieferantenintegration noch auf Level 1 steht. Genau diese Transparenz ist der Ausgangspunkt für gezielte Verbesserung.
LEAN Insight
Viele Unternehmen, welche wir als Consulting Engineers begleiten dürfen, starten ihr OPEX-Assessment mit der Erwartung, in der Vielzahl an Kriterien auf Level 3 oder 4 zu stehen.
Die Realität zeigt häufig ein anderes Bild. Das ist kein Grund zur Frustration, sondern der größte Hebel!
Wer seine tatsächliche – realistische – Ausgangslage objektiv erfasst, kann Ressourcen gezielt dort einsetzen, wo sie den größten Effekt zur Verbesserung haben.
LEAN MC begleitet Ihren Weg zur Operational Excellence
Der Weg zur Operational Excellence ist kein Standardprojekt mit vordefiniertem Ergebnis. Jedes Unternehmen bringt eine eigene Ausgangslage mit: andere Produkte, andere Märkte, andere Strukturen.
Genau deshalb beginnt LEAN MC mit der individuellen Definition Ihrer OPEX-Kriterien und einer ehrlichen Standortbestimmung. Unsere Consulting Engineers unterstützen Sie bei der Festlegung unternehmensspezifischer OPEX-Kriterien, bei der Durchführung des Self Assessments an allen Standorten, bei der Ableitung realistischer Ziele und konkreter Maßnahmenpläne sowie bei der Begleitung der Umsetzung und der Wirksamkeitsprüfung.
Dabei bringen wir Methoden- und Werkzeugkompetenz zusammen: von LEAN-SixSigma und TPM über SPC und SMED bis hin zur Implementierung softwaregestützter Lösungen wie COMPACT.NET und PMS.NET der CAQ AG.
Methode und Werkzeug kompetent verbinden
Die reine Anwendung einzelner Methoden oder Tools ist das Eine. Die strategische Verankerung von Operational Excellence als Führungsaufgabe und der Aufbau geeigneter Prozesse, Strukturen und Kompetenzen über alle Unternehmensbereiche hinweg das Andere. Die Kombination dieser beiden Themen ist, was den Unterschied zwischen Einzelprojekten und echter Exzellenz ausmacht.
Neben diesen Faktoren gibt es aber noch weitere, die sich direkt auf den Verlauf vieler Transformationsprojekte auswirken: fehlende Klarheit über den tatsächlichen Ist-Stand, parallele Initiativen ohne gemeinsame Priorisierung sowie mangelnde Verankerung im Führungsteam. LEAN MC, als „Preferred Partner“ im Quality Excellence Network der CAQ AG, holt Sie genau hier ab.
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Machen Sie den ersten Schritt.